Igor Kufayev

Als Künstler, Advaita Tantra-Lehrer, Shaktipat-Meister und Gründer von Flowing Wakefulness Fellowship dient Igor Kufayev seit über einer Dekade als Kanal für die Übertragung spiritueller Energie für das Erwachen in eine neue Ära von Herz-zentriertem Bewusstsein. Aus der direkten Verwirklichung von Einheit sprechend, inspiriert und initiiert er die Erkenntnis des höchsten Potentials, welches in jeder menschlichen Geburt gegenwärtig ist.

Was ist Advaita?

Es ist ein Sanskrit Begriff, der ‚nicht-zwei‘ bedeutet. Der Begriff ist untrennbar verbunden mit Vedanta – einer der sechs Schulen indischer Philosophie – und heißt übersetzt ‚Ende der Veden.‘ Die Veden sind bekannt als Sammlung von esoterischen Hymnen, und Vedanta als die schlussendliche Doktrin der Befreiung. Advaita‘s hauptsächliches Postulat gründet auf der Aussage, dass das individuelle Selbst [atman] identisch ist mit der ultimativen Realität [brahman], was im Vedantischen ‚atman ist brahman‘ beispielhaft erläutert wird, sprichwörtlich ‚die individuelle Seele ist Totalität.‘ Der Begriff ist durch die Popularität des Yoga in viele Sprachen eingegangen, und in den letzten Jahrzehnten auch durch das weitverbreitete Neo-Advaita, eine verwestlichte und oftmals allzu sehr vereinfachte Version des klassischen Advaita Vedanta.

In seiner Essenz steht Advaita jedoch für die universelle Wahrheit als eine monistische Lebensanschauung, die in allen großen ewigen Traditionen hervorgehoben wurde und welche die Welt durch das Auge der nicht-dualen Wahrnehmung betrachtet. Dessen Philosophie transzendiert jegliche Begrenzungen kultureller Herkunft und zielt auf die Verwirklichung des höchsten Potentials, das allen menschlichen Wesen als deren Geburtsrecht zur Freiheit innewohnt.

Welchen Geschmack nimmt die Advaita-Lehre und die Art, wie du lehrst, durch deine Form an?

Wenn wir über deren Geschmack sprechen möchten, dann ist diese Lehre hier und jetzt zu schmecken, wie sie ist, als das, wofür sie steht, als die minutiöse Begegnung, die wir mit uns selbst und der Welt durch einen geläuterten Schleier der Wahrnehmung haben. Vom Geruch der Erde zum Zirpen der Grillen, vom vollen Spektrum des emotionalen Registers und dem überwältigendem Bilderteppich von Gedankenmustern, zu meditativen Versenkungen, zur Gewissheit und Ungewissheit von allem, mit jedem Atemzug und jedem Augenschlag die Unendlichkeit messend.

Vielleicht wäre Duft ein besser geeigneter Begriff, um dieses Überbleibsel zu beschreiben, was als die Süße des eigenen Seins nachklingt, als das Herz, was durchdrungen und geöffnet wurde für universelle Liebe. Die Art wie die Lehre sich entfaltet ist vergleichbar mit dem Anblick von Hügeln, bedeckt mit Safran-Krokussen, geöffnet für die Strahlen der aufgehenden Sonne, in den Hochebenen von Pamir-Alay, wie die Bergflüsse, die sich in Kaskaden ergießen, um den Strom eines majestätischen Flusses zu formen...

Diese Lehre ist auf den Haushälter zugeschnitten als die Aufforderung, den Status des Schöpfers zurückzugewinnen. Sie entfaltet sich aus direkter Verwirklichung, wird jedoch oft durch die einzigartige Philosophie der Tantras des kashmirischen Shivaismus wiedergegeben, die für ihre kompromisslose monistische Stellung bekannt sind sowie für die universellen Kategorien: Bewusstsein und dessen Kraft - um die eigene Strahlkraft zurück auf sich selbst zu reflektieren - beispielhaft erläutert durch die dyadische Beziehung von Shiva/Shakti, die nicht als gegensätzliche Begriffe zu verstehen sind, sondern als untrennbare Modalitäten des Selbst als Stille [Shiva] und Dynamik [Shakti]. Seligmachend oder furchteinflößend gehen alle Erfahrungen aus der Sphäre hervor, in der sich Wahrnehmung im fließenden Zustand von reinem Potential befindet, und verschmelzen auch wieder mit dieser.

Dies ist von besonderer Bedeutung, da unsere Wahrnehmung den höchsten Grad von Feinheit aufweist, wenn die kreative Spannung zwischen Bewusstsein und reinem Potential vollkommen in Übereinstimmung ist. Diese Übereinstimmung wird durch die Vereinigung von Shiva und Shakti repräsentiert, und erfolgt spontan im [spirituellen] Herz.

Obwohl der Kern der Advaita Lehre jenseits von Arten verbalen Ausdrucks, mentaler Auffassung oder intellektueller Einsicht ist, ist eine Methode erforderlich – gestützt durch die Möglichkeit der Sprache, aber nicht gebunden durch sie – um dem qualifizierten Schüler von Bewusstsein dessen Essenz zu kommunizieren. Unterschiedliche Formen der Meditation, einschließlich fortgeschrittener Methoden der "unterstützten" Übertragung von spiritueller Kraft [shaktipat] sind unerlässlicher Teil dieser Arbeit. Emotionale Selbstbeobachtung sowie der geschickte Einsatz von unterscheidender Selbsterforschung in das Wesen von Erfahrung sind Wege, um die dichotomisierte Natur des Geistes zu überwinden. Metaphor wird verwendet, um einige der äußerst subtilen Konzepte zu übermitteln und deren unerklärbare Essenz durch die Resonanz bestimmter archetypischer Symbole sichtbar werden zu lassen, was die Lehre intimer und zugänglicher macht.

Das Herz ist das wirksamste Symbol von allen. Die Lehre steht für das Wissen des Selbst, lebendig und pulsierend im Herz des erwachten Wesens, als Wachsamkeit des eigenen Bewusstseins. Das Herz ist der Sitz von prana [vitale Kraft], gehalten in perfektem Gleichgewicht; die direkte Erkenntnis der höchsten Essenz wird hier vollkommen erfahren. Von hier verströmt sie sich als universelle Liebe und findet ihren Ausdruck auf allen Ebenen. Das Herz ist das Auge von nicht-dualem Bewusstsein, das alle Schöpfung mit gleicher Vision betrachtet. Von hier verebben und strömen alle Wahrnehmungen als Wellen auf dem Ozean der Unendlichkeit.

Igor Kufayev wurde 1966 in Taschkent, Uzbekistan geboren; er wurde von klein auf in klassischer Kunst unterrichtet und als eine Art Wunderkind erkannt. Kufayev erfuhr seine formelle Ausbildung an der Kunsthochschule, und nach zweijähriger Unterbrechung durch den Wehrdienst, setzte er seine Kunststudien fort. Als ehemaliger Student an der Russischen Kunstakademie in St. Petersburg, hatte Igor seine erste Solo-Ausstellung in Warschau im Alter von 25 Jahren, und genoß Ende 20 eine erfolgreiche Karriere in London. In weniger als einem Jahrzehnt war es ihm gelungen, Ansehen als ein Künstler zu erlangen, dessen Kunstwerke Teil von bedeutenden Kunstsammlungen in aller Welt wurden. Eine persönliche Tragödie war zeichnend für seine Erfahrungen und ausschlaggebend für seine innere Suche: im Jahr 1991 kam seine 6-jährige Tochter in einem Autounfall ums Leben. Langsam auftauchend aus einer anhaltenden Phase des Trauerns wurde Igor spontan in Meditation initiiert, ein Jahr später lernte er Transzendentale Meditation und vertiefte sich in das Studium von Yoga Philosophie. Mitte Dreißig durchlebte er eine radikale Transformation von Bewusstsein. Er hat sich diesem Prozess hingegeben und erkannte in Maharishi Mahesh Yogi seinen spirituellen Führer, seinen Guru. Igor hat diese Erfahrungen in einem innigen Brief geteilt, der den Namen Never Meeting Maharishi trägt.

Igor’s Verbindung zu heiligen Traditionen äußert sich als nicht-intellektuelle, herz-basierte Illuminierung. Man könnte sagen, dass Igor’s Lehre im Advaita Tantra des kaschmirischen Shivaismus wurzelt. Doch da er solch unterschiedliche Traditionen wie Vedanta, Tantra, Sufismus und Zen für viele Jahre studiert hat, bleibt Igor außerhalb jeglicher Kategorisierung, und verweist darauf, dass Tradition kein Set von esoterischen Lehren und Techniken ist, sondern ein vibrierendes Feld von Energie in den Herzen derer, die diesen transformativen Prozess direkt durchlebt haben. Igor betont die psychisch-physiologische Natur des Prozesses des Erwachens, und verdeutlicht die Wichtigkeit der Reinigung des Nervensystems von angesammelten Stress, was begleitet ist von einer intensiven Neu-Verknüpfung von Nervenbahnen, und zur Erweckung inaktiver Areale in der Hirnrinde führt. Als ein Lehrer von immens spiritueller Erfahrung ermöglicht Igor spirituelles Wachstum, indem er die Mittel verwendet, die für den individuellen Schüler am besten geeignet sind — für deren Stufe an spiritueller Evolution, und deren Bereitschaft und Fähigkeit zu empfangen — von energetischer Übertragung zu Atemarbeit, Praxis mit Mantra, Selbsterforschung und emotionaler Innenschau.

Seit 2002 teilt Igor seine Einsichten in die Natur des Seins. Trotz zahlreicher Anfragen, hat er es zunächst abgelehnt, sich in die Rolle des Lehrers zu begeben, bis er im Februar 2008 die bewusste Entscheidung traf, sich dem Lehren in Vollzeit zu widmen. Seitdem hat er regelmäßige Zusammentreffen, Wochenend- und einwöchige Programme in England, Deutschland, Belgien, Holland, Spanien, Italien, USA, Kanada und Mexiko gehalten. Igor Kufayev und seine Organisation Flowing Wakefulness Fellowship unternehmen Initiativen, um eine finanzielle und legale Struktur für die Verbreitung der Lehre durch permanente und mobile Plattformen zu schaffen, die geeignet sind, um die transformativen Programme durchzuführen. Igor lebt derzeit mit seiner Partnerin Amrita Ma Devi und deren beiden Kinder auf Mallorca in Spanien. Er arbeitet an seinem ersten Buch, einer Synthese der wichtigsten Themen, die von ihm im Verlauf der Jahre in seinen Programmen vermittelt wurden.

Website
www.igorkufayev.com

Interviews & Filmprojekte
Entering the Heart – Documentary Film
Piercing the Veil
CONSCIOUS TV – Interview with Renate McNay
The Heart of Shiva – SAND Presentation 2014

Artikel
HUMAN BEING – Transcendence or Psychosis
Infinity in a Grain of Sand: Part I – The Experience in Meditation
Infinity in a Grain of Sand: Part II – Universal Principle of [Aham] I Am
Why Would I Need a Teacher if I Have the Inner Guru?

Publikationen
The World is As You See It
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